Das Gemeindegebiet von Turtmann-Unterems erstreckt sich über 41,18 km² (Stand Turtmann vor der Fusion), am Fuss des Ergischhorns (2526 m ü. M.). Der Grundbuchplan vereint zwei topografisch sehr unterschiedliche Siedlungsräume: das Hauptdorf Turtmann im Talboden, seit jeher ein bedeutender Warenumschlagplatz an der Simplonroute, sowie das linksufrig hoch über dem Rhonetal gelegene Unterems mit seinen Weilern Ze Schmidu, Feldishaus und Prupräsu.
Diese Höhenlage erklärt, weshalb Unterems erst 1952 durch eine Seilbahn und 1961 durch eine Strasse dauerhaft mit Turtmann verbunden wurde — zwei Erschliessungsdaten, die bis heute die unterschiedliche bauliche Dichte und Nutzungsstruktur der beiden Ortsteile prägen.
Sie planen ein Bauprojekt in Turtmann oder Unterems und möchten eine Parzellennummer, einen Grenzpunkt oder ein Selbstrecht überprüfen? Über das kantonale GIS lassen sich einsehen:
Der Grundbuchplan und die Parzellennummern
Grenzpunkte und Gebäudedaten
Der Zonennutzungsplan (ZNP)
Orthofotos des Gemeindegebiets
Eine markante Besonderheit des Gemeindegebiets betrifft den ehemaligen Militärflugplatz Turtmann, der 2003 stillgelegt wurde und seither zivil genutzt wird. Die einstige Flugzeugkaverne dient heute unter anderem der Lagerung von Schützenpanzern der Schweizer Armee, während das weitläufige Areal als multifunktionaler Eventplatz für Pferdesport, Motorsport, den Gigathlon sowie als Parkplatz für das Open Air Gampel genutzt wird — 2014 wurde es zudem im Rahmen der Triennale für zeitgenössische Kunst zum Kunstobjekt.
Für Parzellen im Bereich dieses ehemaligen Militärareals ist bei künftigen Bauvorhaben ein Abgleich mit dem Zonennutzungsplan sowie allfälligen Altlasten- oder Nutzungsbeschränkungen aus der militärischen Vorgeschichte des Geländes empfehlenswert.
Eine weitere Besonderheit für Investoren und Unternehmen: Die Gemeinde Turtmann-Unterems verpachtet vollständig erschlossenes Industrieland (Strom, Wasser, Kanalisation, Strassen- und Schienenanschluss) im Baurecht, was den Kapitalbedarf für neue Unternehmensansiedlungen erheblich reduzieren kann. Ergänzend stehen mit dem Finanzkompetenzzentrum (CCF AG) und der Bürgschaftsgenossenschaft des Walliser Gewerbes (BWG) Instrumente zur Kapitalbeschaffung zur Verfügung.
GIS und Verwaltung der Gemeinde Turtmann-Unterems
Adresse
Dorfstrasse 26, Postfach 18, CH-3946 Turtmann
Telefon
+41 27 932 50 25
E-Mail
gemeinde@turtmann-unterems.ch
Öffnungszeiten
Montag: geschlossen
Dienstag bis Freitag: 10.00–12.00 / 15.00–17.00 Uhr
Termine ausserhalb der Öffnungszeiten nach telefonischer Vereinbarung möglich
Die Geschichte von Turtmann und Unterems verlief über Jahrhunderte parallel, aber eigenständig. Turtmann wurde bereits 1210 als Terra de Thortemanei urkundlich erwähnt und erlebte im 13. und 14. Jahrhundert als Suste an der Simplonroute einen ersten wirtschaftlichen Höhepunkt. Unter dem Einfluss von Kaspar Stockalper intensivierte sich der Handel im 16. und 17. Jahrhundert weiter, was zum Bau der zahlreichen, noch heute unter nationalem Denkmalschutz stehenden Patrizierhäuser der Handelsherren führte.
Unterems: vom bischöflichen Weiler zur eigenständigen Gemeinde
Unterems, dessen frühmittelalterliche Steinkistengräber eine frühe Besiedlung belegen, gehörte im 14. Jahrhundert noch zu Turtmann, bevor es 1419 als eigenständige Gemeinde erschien und sich 1457 eine Bauernzunft gab. 1479 gründeten Turtmann und Unterems einen gemeinsamen Gemeindeverband, in dem Unterems ab 1501 einen Fünftel aller Lasten und Ämter übernahm — eine frühe Form der Kooperation, die letztlich den Weg zur heutigen Fusion ebnete. Zusammen mit Oberems löste sich Unterems 1728 von der Pfarrei Leuk und bildete die Pfarrei Ems; die heutige Pfarrkirche St. Bartholomäus wurde 1803 erbaut.
Die napoleonische Route und die Wiedervereinigung von 2013
Vor und nach Turtmann verläuft bis heute der älteste, noch von Pappeln gesäumte Abschnitt der napoleonischen Simplonstrasse (1810–1820) — ein bedeutendes historisches Verkehrsdenkmal, das im Grundbuchplan als geschützter Streckenabschnitt verzeichnet ist. Nach Jahrhunderten eigenständiger, aber eng verflochtener Entwicklung fusionierten Turtmann und Unterems schliesslich am 1. Januar 2013 zur heutigen Gemeinde Turtmann-Unterems — ein Zusammenschluss, der die historisch bereits 1479 begonnene Zusammenarbeit administrativ vollendete.


























