Das Gemeindegebiet von Eggerberg erstreckt sich über nur 6,05 km², auf einer Höhe zwischen 649 und 1914 m ü. M. Der Grundbuchplan zeigt eine für das Oberwallis typische, stark zersiedelte Struktur: 62,1 % der Fläche sind bewaldet, 15,2 % landwirtschaftlich genutzt und lediglich 6,0 % als Siedlungsfläche ausgewiesen – verteilt auf dreizehn Weiler wie Eggen, Mühlackern, Finnen, Berg oder Wirmschlandtschuggo, ergänzt durch mehrere Alpweiden im Voralpengebiet.
Diese fragmentierte Siedlungsstruktur, historisch gewachsen aus einer Vielzahl eigenständiger Weilerschaften, erklärt die Besonderheit des Grundbuchs von Eggerberg: Ein Teil der Parzellen liegt innerhalb der eidgenössischen Grundbuchvermessung, während andere Parzellen – insbesondere in den höher gelegenen Voralpengebieten Finnen, Wang und Wyer – ausserhalb dieser Vermessung liegen und daher nach einem anderen Verfahren verwaltet werden.
Sie planen ein Bauprojekt in einem der Weiler von Eggerberg, möchten eine Parzellennummer, einen Grenzpunkt oder ein Selbstrecht überprüfen? Über das öffentliche GIS der Gemeinde lassen sich einsehen:
Der Grundbuchplan und die Parzellennummern
Der Zonennutzungsplan (ZNP)
Orthofotos des Gemeindegebiets
Grenzpunkte und Gebäudedaten
Eine wichtige Besonderheit für Eggerberg: Seit der Einführung des eidgenössischen Grundbuchs am 1. März 2016 gilt eine doppelte Zuständigkeit für Parzellenauszüge. Für Parzellen innerhalb der Grundbuchvermessung sind Grundbuchauszüge direkt beim Grundbuchamt Brig zu bestellen. Für Katasterauszüge von Parzellen ausserhalb des grundbuchvermessenen Gebiets sowie für Zonenbestätigungen bleibt hingegen die Registerhalterin der Gemeinde zuständig.
Diese Unterscheidung ist für Eggerberg besonders relevant, da die Gemeinde – anders als vollständig grundbuchvermessene Gemeinden – noch Gebiete kennt, die diesem Verfahren nicht unterliegen, was bei jeder Anfrage die richtige Zuordnung entscheidend macht.
GIS und Register der Gemeinde Eggerberg
Registerhalterin
Elisabeth Hallenbarter-Kiechler
Telefon: 027 946 43 70 (Gemeindekanzlei)
E-Mail: register@eggerberg.ch
Stellvertreter
André Wasmer
Telefon: 079 586 63 08
Grundbuchamt Brig (für Parzellen innerhalb der Grundbuchvermessung)
Telefon: 027 607 80 70
E-Mail: gb-brig@admin.vs.ch
Bürostunden
Nur nach Vereinbarung bzw. auf Voranmeldung; ausserhalb der Bürozeiten ist die Registerhalterin per E-Mail erreichbar
Die Geschichte von Eggerberg ist die eines Verbunds ursprünglich eigenständiger Weiler, die sich erst allmählich zu einer politischen Gemeinde zusammenfanden. Die älteste erhaltene Urkunde stammt aus dem Weiler Mühlackern und datiert auf das Jahr 1224. Der Ortsname selbst ist erstmals 1307 als «Eccun» belegt, wobei ursprünglich der heutige Weiler Eggen als Hauptdorf der verstreuten Siedlung galt und der Gemeinde ihren Namen gab.
Zwischen den Herren von Raron und dem Zenden Brig
Im Spätmittelalter unterstand die Gerichtsbarkeit über Eggerberg zeitweise den Familien d'Ornavasso und den Herren von Raron. 1312 erscheint der Ort erstmals als eigenständige «communitas», eingegliedert in den Gumper Rischinen des Zenden Brig. Der Weiler Finnen, urkundlich bereits seit 1275 nachweisbar, kaufte sich 1427 zusammen mit Mund und Bodmen von den Herren von Raron frei und bildete ein eigenes Meiertum mit eigener Gerichtsbarkeit, bevor er erst 1854 definitiv in die Gemeinde Eggerberg eingegliedert wurde.
Kirchliche Zugehörigkeit und die Entstehung der eigenen Pfarrei
Kirchlich gehörte Eggerberg zunächst zur Pfarrei Naters, ab 1642 zu Glis, während die unterhalb der Suone Laldneri gelegenen Weiler ab 1329 der Pfarrei Visp zugeteilt waren. Erst 1789 bildete sich ein eigenes Rektorat, gefolgt vom Bau der St.-Josephs-Kirche 1863 und der Errichtung einer eigenständigen Pfarrei im Jahr 1902 — ein Prozess, der die spätere administrative Verselbstständigung der Gemeinde begleitete.
Späte Erschliessung und Güterzusammenlegung
Trotz seiner Nähe zu Visp blieb Eggerberg lange von Bahn und Strasse abgeschnitten: Der Bahnanschluss (BLS-Station) erfolgte erst 1926, die durchgehende Strassenerschliessung sogar erst zwischen 1961 und 1976. Als überwiegend landwirtschaftlich geprägte Gemeinde begann Eggerberg 1957 mit einer umfassenden Güterzusammenlegung (Parzellenneuordnung) — ein Meilenstein, der die heutige Struktur des Grundbuchplans massgeblich mitgeprägt hat. Wirtschaftlich blieb die Gemeinde stark auf das benachbarte Visp ausgerichtet: Bereits im Jahr 2000 pendelten drei Viertel der Erwerbstätigen aus, viele davon als Bauern-Arbeiter bei der nahegelegenen Lonza.
















