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GIS Binn

Im abgelegenen Binntal, einem südlichen Seitental des Rhonetals in den östlichen Walliser Alpen gelegen, umfasst die Gemeinde Binn den Hauptort Schmidigehischere sowie die Weiler Ze Binne, Wilere, Giesse, Fäld und einen Teil von Heiligkreuz. Grundeigentümer, Kaufinteressenten und Fachpersonen aus der Immobilienbranche können online die Parzellendaten, Grundbuchpläne, Grenzpunkte und Gebäude dieser dünn besiedelten Gemeinde einsehen, deren Talschaft seit 1964 unter Natur- und Heimatschutz steht.

Ein riesiges Talgebiet mit minimaler Siedlungsfläche

Das Gemeindegebiet von Binn erstreckt sich über 65,03 km², auf einer Höhe von 1400 m ü. M. Der Grundbuchplan zeigt eine der am dünnsten besiedelten Gemeinden des Kantons: Mit nur 129 Einwohnern (Stand 2024) und einer Bevölkerungsdichte von 2 Einw./km² entfallen lediglich 0,5 % der Gemeindefläche auf Siedlungs- und Infrastrukturflächen. Die improduktiven Flächen (Fels, Geröll, Gletscher) machen mit 57,9 % den grössten Anteil aus, gefolgt von den Waldflächen (19,7 %) und den Landwirtschaftsflächen (21,8 %).

Diese extreme Weitläufigkeit bei minimaler Bebauung erklärt sich durch die geschichtliche Streusiedlungsstruktur des Tals: Historisch gesehen existiert eine Ortschaft namens «Binn» im eigentlichen Sinn gar nicht — der Hauptort heisst offiziell Schmidigehischere, während sich die übrigen Parzellen auf die Weiler Fäld, Giesse, Wilere, Ze Binne und Heiligkreuz verteilen. Für den Grundbuchplan bedeutet dies eine kleinteilige, historisch gewachsene Parzellenstruktur mit mehreren eigenständigen Siedlungskernen im ganzen Tal verstreut.

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GIS Binn online konsultieren

Sie planen ein Bauprojekt im Binntal und möchten eine Parzellennummer, einen Grenzpunkt oder eine Servitut (Selbstrecht) überprüfen? Über das öffentliche GIS der Gemeinde Binn lassen sich einsehen:

  • Der Grundbuchplan und die Parzellennummern

  • Grenzpunkte und Gebäudedaten

  • Der Zonennutzungsplan (ZNP)

  • Orthofotos des Gemeindegebiets

👉 Zum GIS Binn

Naturschutz seit 1964: eine Besonderheit mit direkter Auswirkung auf die Bodennutzung

Eine aussergewöhnliche Besonderheit für Bauprojekte im Binntal: Bereits 1964 entschied sich die Gemeinde bewusst dazu, weite Teile ihres Gebiets unter Natur- und Heimatschutz zu stellen — eine damals aussergewöhnliche Entscheidung, motiviert durch schlechte Erfahrungen anderer Täler mit übermässigem Tourismus und der vollständigen Ausnutzung der Wasserkräfte. Diese Entscheidung bewahrte das Binntal als weitgehend intakte Landschaft ohne Bergbahnen und Grossbauten.

Für Grundeigentümer bedeutet dies bis heute, dass viele Parzellen im Binntal strengen Schutzauflagen unterliegen. Zusätzlich prägen wiederkehrende Naturgefahren die Nutzungsplanung: Lawinenniedergänge (1888, 1932, 1951, 1999) und Überschwemmungen (1834) haben immer wieder fruchtbares Land, Wohnhäuser und Ställe bedroht. Teilgebiete konnten dank Lawinenverbauungen gesichert werden, was sich bis heute in den entsprechenden Gefahrenzonen im Grundbuchplan niederschlägt.

GIS und Verwaltung der Gemeinde Binn

Website
www.binn.ch

Gemeindepräsident
Rudolf Jossen

Politische Organisation
Urversammlung (Legislative) und Gemeinderat mit fünf Mitgliedern (Exekutive)

Geschichte des Gemeindegebiets: von der savoyischen Herrschaft zur autonomen Talgemeinde

Die Geschichte von Binn ist geprägt von einem ausgeprägten Unabhängigkeitsstreben gegenüber äusseren Herrschaften. Die erste urkundliche Erwähnung des Namens stammt aus dem Jahr 1246/1297 (Buyn, Buen), vermutlich abgeleitet von der keltischen Wurzel bunda («Talgrund»). Als savoyisches Lehen gelangte Binn im Mittelalter an die Edlen vom Turn, dann an die Herren von Falcon, bevor es im 14. Jahrhundert an den Bischof von Sitten überging, der die Gerichtsbarkeit zunächst durch einen Mistral, ab dem 15. Jahrhundert durch einen vom Volk gewählten Meier ausüben liess.

Eine eigenständige Gemeinde mit Sonderstellung

1297 erscheint Binn erstmals als communitas, 1429 erhielt die Gemeinde eigene Statuten. Als Meiertum genoss Binn dabei eine rechtliche Sonderstellung innerhalb des unteren Zenden Goms. Kirchlich gehörte das Tal zunächst zur Mutterpfarrei Ernen, bevor sich Binn zwischen 1296 und 1298 als eigenständige Pfarrei löste — mit Wilere als kirchlichem Mittelpunkt. Ein zentrales Zugeständnis der Talleute gegenüber der bischöflichen Herrschaft war das Verbot, Talgut an Auswärtige zu verkaufen oder zu verpfänden — eine frühe Form des Bodenschutzes, die das Verhältnis der Binner zu ihrem Grundbesitz bis heute prägt.

Mineralien, Bergbau und der Aufschwung des Tourismus

Das Binntal wurde schon früh durch seinen aussergewöhnlichen Mineralienreichtum bekannt — 19 Mineralien wurden ausschliesslich hier entdeckt. Der Ausbau der Strasse 1863/64 sowie die Eröffnung des Hotels Ofenhorn 1883 brachten erste Touristen und Mineraliensammler ins Tal. Die berühmte Fundstelle Lengebach, nach dem Ersten Weltkrieg verfallen, wurde 1958 wieder in Betrieb genommen. Die verbesserte Erschliessung durch die Fahrstrasse (1938) und insbesondere den Twingi-Tunnel (1965), der Binn erstmals ganzjährig erreichbar machte, veränderte die Wirtschaftsstruktur grundlegend: Die Zahl hauptberuflicher Landwirtschaftsbetriebe sank von 25 (1955) auf lediglich 5 (1994).

Wasserkraft und die moderne Nutzung des Talbodens

In den 1950er- und 1960er-Jahren fassten zwei Kraftwerkgesellschaften das Binnawasser zur Stromgewinnung, was der Gemeinde bis heute Einnahmen durch Wasserzinsen und Steuern sichert. 1983 eröffnete in Binn ein Museum für Volkskunde und Mineralogie; 1985 und 1991 wurde die Gemeinde beziehungsweise die Genossenschaft Pro Binntal mit dem Schweizer Natur- und Heimatschutzpreis ausgezeichnet — eine Anerkennung, die den bewussten Verzicht auf touristische Grosserschliessung würdigt und bis heute die zurückhaltende Bodennutzungsplanung der Gemeinde prägt.

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