Das Gemeindegebiet von Visp erstreckt sich über lediglich 13,20 km², zwischen 636 und 1590 m ü. M. Mit rund 9075 Einwohnern (Stand 2025) und einer Bevölkerungsdichte von 688 Einwohnern pro km² gehört Visp zu den am dichtesten besiedelten Gemeinden des Oberwallis. Der Grundbuchplan spiegelt diese Verdichtung wider: Das historische Dorfzentrum rechts der Vispa, der 1972 eingemeindete Ortsteil Eyholz sowie das expandierende Industrie- und Gewerbegebiet rund um die Lonza-Werke bilden zusammen ein eng bebautes und stark genutztes Gemeindegebiet.
Diese räumliche Enge stellt die Bodenverwaltung vor besondere Herausforderungen: Seit der Ankündigung von 1200 neuen Arbeitsplätzen durch die Lonza im Jahr 2021 herrscht in Visp akute Wohnungsknappheit, was den Druck auf die verbleibenden Bauparzellen zusätzlich erhöht. Gleichzeitig prägen grossflächige Infrastrukturprojekte – der neue Bahnhof (2007), die Südumfahrung mit Eyholz- und Visptunnel (2001–2025) sowie die dritte Rhonekorrektion – die Parzellenstruktur der Gemeinde nachhaltig.
Sie planen ein Bauprojekt in Visp oder Eyholz, möchten eine Parzellennummer, einen Grenzpunkt oder ein Selbstrecht überprüfen? Über das öffentliche GIS der Gemeinde Visp – verwaltet durch die Abteilung Bau, Verkehrs- und Raumplanung – lassen sich einsehen:
Der Grundbuchplan und die Parzellennummern
Der Zonennutzungsplan (ZNP)
Orthofotos des Gemeindegebiets
Grenzpunkte und Gebäudedaten
Eine Besonderheit der Gemeinde Visp: Der Bereich «Bau & Planung» ist organisatorisch in zwei eigenständige Abteilungen unterteilt. Die Abteilung «Bau, Verkehrs- und Raumplanung» verantwortet die Siedlungsplanung sowie die Bauverwaltung – also die Schnittstelle zum Grundbuch, zum Zonennutzungsplan und zu Baugesuchen. Die zweite Abteilung, «Hochbau, Sport und Regiebetriebe», kümmert sich um die kommunalen Hochbauten sowie das Hauswartteam.
Diese Aufteilung erklärt sich durch das aussergewöhnliche Bautempo der Gemeinde: Zwischen der Bewältigung der Lonza-bedingten Wohnraumnachfrage, der Umsetzung grosser Infrastrukturprojekte und der laufenden Verwaltung des dichten Bestands an Parzellen und Gebäuden benötigt Visp eine spezialisierte, arbeitsteilige Verwaltungsstruktur, die in dieser Form nicht in jeder Walliser Gemeinde besteht.
GIS und Bauverwaltung der Gemeinde Visp
Zuständige Abteilung
Bau, Verkehrs- und Raumplanung (Siedlungsplanung, Bauverwaltung)
Website
www.visp.ch
Hinweis zur Gemeindeentwicklung
Am 1. Januar 2027 fusionieren die Gemeinden Baltschieder, Eggerberg und Visp — eine Entwicklung, die mittelfristig auch das Gemeindegebiet und den Grundbuchplan der neuen Gemeinde erweitern wird.
Die Geschichte von Visp ist geprägt von seiner strategischen Lage am Eingang des Vispertals und am Zusammenfluss zweier Flüsse. Die früheste belegte Namensform Vesbia stammt aus dem Jahr 1034; die heutige Schreibweise Visp ist seit 1272 bezeugt. Nach 999 setzte der Bischof von Sitten in Visp erbliche Viztümer und Meier ein, die von ihrem Sitz im Meierturm aus dem 12./13. Jahrhundert aus die Blutgerichtsbarkeit ausübten. Das Meieramt ging im 13. Jahrhundert an italienische Adelsfamilien über – zunächst an die Grafen de Castello, ab 1248 durch Heirat an die Grafen Blandrate.
Handelsplatz und Schauplatz kriegerischer Konflikte
Dank seiner Lage am Antronapass und am Monte Moro entwickelte sich Visp früh zu einem bedeutenden Marktort: 1276 wurde der Verkehr über diese Pässe von sämtlichen Zollabgaben befreit, was den Bau einer Suste und den Aufstieg zum Marktflecken begünstigte. Das Dorf war jedoch auch mehrfach Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen – 1260 zerstörte der savoyische Adlige Peter vom Turn das Dorf, die Kirche und die Hübschburg; 1388 besiegten die Visper gemeinsam mit den Oberwalliser Landleuten ein savoyisches Heer, indem sie die Altstadt künstlich vereisen liessen. Dieses Ereignis wird noch heute jährlich am «Mannenmittwoch» begangen.
Naturkatastrophen und die Entsumpfung der Rottenebene
Das 19. Jahrhundert war geprägt von wiederholten Überschwemmungen und dem verheerenden Erdbeben von 1855, das zahlreiche Gebäude beschädigte und die Turmspitze der St. Martinskirche zum Einsturz brachte. Die erste Rhonekorrektion (1863–1894) sowie die schrittweise Entsumpfung der Ebene bis weit ins 20. Jahrhundert hinein schufen erst die Voraussetzung für die heutige bauliche Nutzung grosser Teile des Gemeindegebiets – ein Prozess, der sich mit der dritten Rottenkorrektion, dem grössten Hochwasserschutzprojekt der Schweiz, bis in die Gegenwart fortsetzt.
Vom Calciumcarbid zur Pharma-Metropole
Der eigentliche Wendepunkt für die bauliche Entwicklung der Gemeinde erfolgte 1909, als sich die zwölf Jahre zuvor in Gampel gegründete Lonza AG in Visp ansiedelte und dort die Produktion von Calciumcarbid und Düngemitteln aufnahm. Mit heute über 5000 Arbeitsplätzen ist Visp nach wie vor der grösste Lonza-Standort weltweit — eine industrielle Prägung, die sich bis heute unmittelbar auf die Nachfrage nach Bauland, die Ausdehnung der Bauzonen und damit auf jede Parzelle im Grundbuchplan der Gemeinde auswirkt.
GIS Baltschieder
GIS Eisten
GIS Embd








































