Das Gemeindegebiet von Ergisch erstreckt sich über 29,53 km², zwischen 706 und 3201 m ü. M. Mit lediglich 184 Einwohnern (Stand 2025) und einer Bevölkerungsdichte von 6 Einw./km² gehört Ergisch zu den dünn besiedelten Gemeinden des Bezirks Leuk. Der Grundbuchplan zeigt eine Gemeinde, die weit über ihre eigentliche Siedlungsfläche hinaus wirtschaftlich bedeutsam ist: Ergisch hält 68,5 % der gesamten Wasserkraftrechte im Turtmanntal und ist selbst im benachbarten Val d'Anniviers (Eifischtal) der zweitgrösste Wasserkraftlieferant nach der Gemeinde Ayer.
Diese aussergewöhnliche Bedeutung als Wasserkraftlieferantin erklärt sich durch den 63-prozentigen Anteil der Gemeinde an der Kraftwerkgesellschaft «Argessa» (vormals ITAG), deren Wasserfassungen und Stollenanlagen — darunter der Stollen, der Gletscherwasser aus dem hintersten Turtmanntal ins Val d'Anniviers leitet — bedeutende Teile des höher gelegenen Gemeindegebiets prägen. Für Parzellen in der Nähe dieser Infrastruktur sind entsprechende Nutzungsbeschränkungen im Zonennutzungsplan zu beachten.
Sie planen ein Bauprojekt in Ergisch und möchten eine Parzellennummer, einen Grenzpunkt oder ein Selbstrecht überprüfen? Über das kantonale GIS (vsgis.ch) lassen sich für Ergisch einsehen:
Der Grundbuchplan und die Parzellennummern
Grenzpunkte und Gebäudedaten
Der Zonennutzungsplan (ZNP)
Orthofotos des Gemeindegebiets
Eine bemerkenswerte Besonderheit für den Grundbuchplan von Ergisch: In den vergangenen Jahren hat die Gemeinde erheblich in die Neuordnung ihres Baugebiets investiert, unter anderem durch eine umfassende Baulandumlegung im Zusammenhang mit dem Strassenbau sowie den Bau eines neuen Trinkwasserreservoirs, die Trennung von Oberflächen- und Abwasser mit Anschluss an die ARA Getwing, die unterirdische Verlegung des Strom- und Telefonnetzes und die Pflästerung des Dorfkerns.
Diese Baulandumlegung hat die Parzellenstruktur im Dorfkern spürbar verändert und modernisiert, was bei der Konsultation des aktuellen Grundbuchplans berücksichtigt werden sollte — insbesondere bei älteren Referenzen oder historischen Parzellenverzeichnissen.
GIS und Verwaltung der Gemeinde Ergisch
Adresse
Mitteldorf 12, 3947 Ergisch
Telefon
+41 27 932 28 15
E-Mail
mail@ergisch.ch
Öffnungszeiten
Freitag: 08.30–12.00 Uhr
Termine nach telefonischer Vereinbarung auch ausserhalb der Schalteröffnung möglich
Die Geschichte von Ergisch reicht bis in die Eisenzeit zurück, wie eine am Augstbordpass gefundene Eisenfibel belegt. Besonders aufschlussreich sind die zwischen 1915 und 1932 in der Flur «Thelerbodenhubel» ausgegrabenen römerzeitlichen Gräber, in denen unter anderem Keramikkrüge, Münzen aus der Zeit der Faustina sowie ein aussergewöhnliches Schachtgrab mit Trockenmauer-Grabkammer entdeckt wurden. Der Ortsname selbst — kurz nach 1000 als Argessa bezeugt — geht vermutlich auf das keltische Adjektiv für «glänzend, weiss» zurück, möglicherweise eine Anspielung auf das oberhalb des Dorfes vorkommende Quarzitgestein.
Vom bischöflichen Verwaltungsbezirk zur eigenständigen Gemeinde
Im frühen Mittelalter unterstand Ergisch dem bischöflichen Verwaltungsbezirk Leuk; die erste lateinische Erwähnung als Argessa findet sich 1203. Die ersten schriftlichen Gemeindestatuten stammen von 1497. Im 16. Jahrhundert bekleideten Ergischer sogar die Ämter des Meiers und Richters an der Spitze des gesamten Zenden Leuk — ein bemerkenswerter Einfluss für ein so kleines Dorf. Um 1600 vernichtete jedoch eine Feuersbrunst fast das gesamte Dorf, was die heutige Bausubstanz massgeblich prägt.
Die kirchliche Loslösung von Turtmann
Kirchlich gehörte Ergisch bis 1663 zur Pfarrei Leuk, bevor sich Turtmann und Ergisch zu einer gemeinsamen Pfarrei zusammenschlossen. Die endgültige kirchliche Eigenständigkeit erforderte 1797 die Gründung eines Rektorats und wurde 1860 mit der Erhebung zur selbstständigen Pfarrei abgeschlossen — verbunden mit erheblichen finanziellen Lasten: Für den Loskauf von der Mutterpfarrei Turtmann musste Ergisch seinerzeit 14'000 Franken bezahlen. Der Bau der heutigen Dorfkirche nach Plänen des Architekten de Kalbermatten begann 1890.
Von der Landwirtschaft zur Wasserkraft
Wirtschaftlich blieb Ergisch lange landwirtschaftlich geprägt, mit zahlreichen Nebenerwerbslandwirten, die bis heute Schafe, Ziegen und Rinder halten. Den eigentlichen wirtschaftlichen Wendepunkt brachte die Wasserkraft: 2002 erweiterte die Gemeinde ihren Anteil an der Kraftwerkgesellschaft (heute Argessa AG) auf 63 %, nachdem der Gefälle-Rückfall der ehemaligen ITAG fällig geworden war — ein Vermögenswert, der bis heute erheblich zur finanziellen Stabilität und den umfangreichen Infrastrukturinvestitionen der kleinen Gemeinde beiträgt.


























