Leukerbad
Leukerbad

GIS Leukerbad

Am Fuss der Gemmi und umgeben von hohen Felswänden gelegen, ist Leukerbad seit der Römerzeit für seine heissen Quellen bekannt und heute der grösste Thermal- und Wintersportort des Wallis. Grundeigentümer, Kaufinteressenten und Fachpersonen aus der Immobilienbranche können online die Parzellendaten, Grundbuchpläne, Grenzpunkte und Gebäude dieser Gemeinde einsehen, deren bewegte jüngere Finanzgeschichte auch die bauliche Entwicklung nachhaltig geprägt hat.

Ein Gemeindegebiet zwischen Thermalquellen und Hochgebirge

Das Gemeindegebiet von Leukerbad erstreckt sich über 67,32 km², zwischen 1232 und 3697 m ü. M. Der Grundbuchplan zeigt eine für einen Kurort typische, intensive Nutzung des begrenzten Talbodens: Rund zwanzig Thermalquellen — die bedeutendste davon die Lorenzquelle mit 51 °C — sowie zahlreiche Hotelbauten, Bäderanlagen und Chalets konzentrieren sich auf engem Raum, während der weitaus grösste Teil des Gemeindegebiets aus alpinem Terrain rund um Gemmipass, Torrenthorn und Balmhorn besteht.

Diese Konzentration auf einen kleinen, aber äusserst intensiv genutzten Talkessel erklärt, weshalb praktisch jede Parzelle im Ortskern von Leukerbad im Spannungsfeld zwischen touristischer Nutzung, Thermalquellenschutz und den historisch wiederkehrenden Lawinenzonen liegt — ein Umstand, der bei jedem Bauvorhaben sorgfältig mit dem Zonennutzungsplan abgeglichen werden muss.

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GIS Leukerbad online konsultieren

Sie planen ein Bauprojekt in Leukerbad und möchten eine Parzellennummer, einen Grenzpunkt oder ein Selbstrecht überprüfen? Über das kantonale Geoinformationssystem (VSGIS) lassen sich für Leukerbad einsehen:

  • Der Ortsplan und der Grundbuchplan

  • Parzellennummern und Grenzpunkte

  • Der Zonennutzungsplan (ZNP)

  • Orthofotos des Gemeindegebiets

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Vom Finanzdebakel zur Wiederauferstehung: eine Gemeinde unter Zwangsverwaltung

Eine aussergewöhnliche Episode der jüngeren Gemeindegeschichte prägt bis heute das Verständnis für die bauliche Entwicklung von Leukerbad: Zwischen 1981 und 1998 investierte die Gemeinde unter Gemeindepräsident Otto G. Loretan massiv und kreditfinanziert in Infrastruktur — Burgerbad, Sportarena, Alpentherme, Rathaus und Parkhaus. Ende 1997 beliefen sich die Schulden der Gemeinde und ihrer Unternehmen auf rund 344 Millionen Franken, was bei damals 1700 Einwohnern einer Pro-Kopf-Verschuldung von über 200'000 Franken entsprach — gegenüber einem kantonalen Durchschnitt von lediglich 9500 Franken.

In der Folge wurde Leukerbad 1998 als erste Schweizer Gemeinde überhaupt unter kommunale Zwangsverwaltung gestellt, die bis 2004 andauerte. Der ehemalige Gemeindepräsident wurde später wegen Betrugs, Veruntreuung und Urkundenfälschung zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Diese Episode erklärt, weshalb ein grosser Teil der heutigen touristischen Bausubstanz — inklusive der Grossinfrastrukturen, die den Grundbuchplan des Ortskerns dominieren — in einem sehr kurzen Zeitraum in den 1980er- und 1990er-Jahren entstand.

GIS und Verwaltung der Gemeinde Leukerbad

Gemeindeverwaltung
Ringstrasse 85, Postfach 346, 3954 Leukerbad
Telefon: 027 472 71 00
E-Mail: admin@leukerbad.org

Öffnungszeiten
Montag und Mittwoch: 09.00–11.30 Uhr
Dienstag und Donnerstag: 14.30–17.30 Uhr
Freitag: geschlossen

Telefonische Erreichbarkeit
Montag bis Freitag: 08.00–12.00 / 13.30–17.00 Uhr

Geschichte des Gemeindegebiets: von der römischen Badekultur zum Kurort der Belle Époque

Die Geschichte von Leukerbad ist untrennbar mit seinen Thermalquellen verbunden, die bereits zur Römerzeit bekannt waren. Die älteste erhaltene Urkunde der Gemeinde datiert von 1315; bereits 1478 sind erste Gasthäuser belegt. Kirchlich gehörte Leukerbad zunächst zur Grosspfarrei Leuk, bevor Bischof Matthäus Schiner 1501 eine eigenständige Pfarrei errichtete — die zugehörige Kirche wurde bereits 1484 unter Bischof Jost von Silenen gegründet und 1865 durch eine Drehung um 90 Grad erweitert.

Vier Lawinenkatastrophen und der Wiederaufbau

Das 18. Jahrhundert war für Leukerbad von wiederholten Lawinenkatastrophen geprägt: Nach einer ersten Zerstörung 1719 erreichten weitere Lawinen 1720, 1756 und 1767 den Ortskern und zerstörten zahlreiche Gebäude. Erst nach 1830, als das Dorf besseren Lawinenschutz erhielt, konnte sich die touristische Bebauung um den Ortskern herum entwickeln — unter anderem mit dem klassizistischen Hotel de France (1834–1836), einem für ein Walliser Bergdorf höchst ungewöhnlichen Bautyp.

Vom Adelsbad zur modernen Kurdestination

Bereits 1850 verfügte Leukerbad über sieben Hotels und war damit ein Vorreiter des Schweizer Bergtourismus; 1885 entstand sogar eine englische Kapelle für die zahlreichen britischen Kurgäste. Mit der Eröffnung der Zahnradbahn Leuk–Leukerbad 1915 (stillgelegt 1967) und der Gemmibahn 1957 verbesserte sich die Erschliessung kontinuierlich. Die Entwicklung zum Skitourismus erfolgte erst in den 1960er-Jahren, gefolgt vom Bau der Torrentbahn (1970–1972) — der Grundstein für das heutige, 50 km umfassende Skigebiet Torrent.

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