Das Gemeindegebiet von Goms erstreckt sich über 128,94 km² auf einer durchschnittlichen Höhe von 1370 m ü. M. bei einer Bevölkerung von nur 1'149 Einwohnern — was einer Dichte von 8,9 Einw./km² entspricht und zu den niedrigsten Werten des Kantons gehört. Die Gemeinde umfasst neun historische Ortschaften (Biel, Blitzingen, Geschinen, Gluringen, Münster, Niederwald, Reckingen, Ritzingen und Selkingen). Jede von ihnen ist Erbin einer alten Land- und Gemeinschaftsstruktur, die auf die mittelalterlichen Geteilschaften zurückgeht, welche die Nutzung der Allmenden (Alpen, Wälder, Wege) kollektiv organisierten.
Diese in mehrere fusionierte ehemalige Gemeinden gegliederte Struktur — die ihrerseits aus früheren Fusionen hervorgegangen sind (Grafschaft im Jahr 2000, Münster-Geschinen und Reckingen-Gluringen im Jahr 2004) — spiegelt sich direkt im heutigen Zonennutzungsplan von Goms wider, der bis heute den unterschiedlichen Siedlungslogiken der ehemaligen Viertel des historischen Zenden Rechnung tragen muss.
Planen Sie ein Bauprojekt in Münster, Reckingen oder Blitzingen, möchten Sie eine Parzellennummer oder einen Grenzpunkt überprüfen oder eine Distanz auf dem Plan messen? Das Geoinformationssystem der Gemeinde Goms verfügt über einen öffentlichen Bereich, der den direkten Zugriff ermöglicht auf:
Den kommunalen Ortsplan und Übersichtsplan
Die Pläne der amtlichen Vermessung
Den Zonennutzungsplan (ZNP)
Ein Orthofoto (Luftbild) der gesamten Gemeinde
Werkzeuge zur Distanzmessung und Punktkoordinatenbestimmung
Eine neuere Besonderheit der Gemeinde Goms: Seit dem 12. Mai 2025 werden alle Baugesuche ausschließlich über die digitale Plattform eConstruction abgewickelt. Jeder Nutzer — ob Bauherr oder Beobachter — muss über eine persönliche SwissID und einen Internetzugang verfügen, um ein Dossier online einzureichen oder einzusehen.
Diese Digitalisierung gilt für alle kantonalen Gesuche sowie für kommunale Gesuche, die über die Kantonale Baukommission laufen müssen. Papierdossiers werden jedoch weiterhin akzeptiert, um die Gleichbehandlung von Antragstellern ohne digitale Werkzeuge zu gewährleisten — die Gemeinde ermutigt jedoch, die Plattform wann immer möglich zu nutzen.
Für Bauvorhaben innerhalb der Bauzone ist der Gemeinderat (bzw. die Baukommission von Goms) zuständig; für Bauvorhaben außerhalb der Bauzone ist es die Kantonale Baukommission, die eine Vorentscheidung für Neubauten und wesentliche Umbauten erlässt.
GIS und Kataster der Gemeinde Goms
Offizielle Websitewww.gemeinde-goms.ch
Zuständigkeit
Innerhalb der Bauzone → Baukommission Goms
Außerhalb der Bauzone → Kantonale Baukommission (Vorentscheid)
Öffentliche PlanauflagenOnline einsehbar; Einsprachen gemäß den am Ende jeder Publikation angegebenen Rechtsmitteln
Die Geschichte des Goms ist die eines alpinen Tals, das sich bereits im Mittelalter eine weitgehende politische und landwirtschaftliche Autonomie erkämpft hat. Der Name Goms, abgeleitet vom keltischen kumbas (eingeschlossenes Tal), bezeichnete ursprünglich nur Münster, bevor er im 15. Jahrhundert auf das gesamte Tal ausgedehnt wurde, als sich der Zenden (Bezirk) Goms als eigene politische Einheit formierte — einer der sieben historischen Zenden des Wallis.
Die Emanzipation der Geteilschaften
Ab dem 13. Jahrhundert befreite sich die bäuerliche Bevölkerung des Goms nach und nach von den landherrschaftlichen Rechten des Bischofs von Sitten, des Domkapitels und verschiedener Adelsfamilien, indem sie sich in Geteilschaften zusammenschloss — genossenschaftlichen Gemeinschaften, die gemeinsam Grundstücke und Rechte aufkauften. Diese Emanzipation führte zur Gründung der ersten Gemeinden (Biel bereits 1297), dem direkten Ausgangspunkt der heutigen kommunalen Organisation. Das Meieramt Ernen, das bereits 1135 als bischöfliches Lehen erwähnt wurde, wandelte sich so schrittweise zu einem Wahlamt, das die Talbevölkerung vertrat, anstatt nur ein Repräsentant des Bischofs zu sein.
Das goldene Zeitalter und der Niedergang des Alpenstransits
Das 17. und 18. Jahrhundert markieren das wirtschaftliche goldene Zeitalter des Goms, getragen vom Säumerverkehr über den Grimsel- und Nufenenpass sowie vom Viehhandel mit der Lombardei. Dieser Wohlstand zeigt sich noch heute im reichen baulichen Erbe des Tals: Fast 70 neue Barockkirchen und -kapellen wurden zwischen 1650 und 1798 errichtet. Das 19. Jahrhundert kehrte diese Dynamik um: Der Bau der Simplonstraße (1800–1805) und der Gotthardstraße (1820–1836), gefolgt von der Eröffnung der Gotthardbahn im Jahr 1882, lenkte den Transitverkehr dauerhaft ab, was zur Aufgabe zahlreicher Weiler in den Höhenlagen und zu einer starken Auswanderung führte.
Vom Pioniertourismus zur Gemeindefusion 2017
Die touristische Entwicklung des Tals, die Ende des 19. Jahrhunderts rund um den Rhonegletscher und das Eggishorn einsetzte, verdankt viel zwei Söhnen der Region: Alexander Seiler aus Blitzingen, einem Pionier des Tourismus in Zermatt, und Célestin (César) Ritz aus Niederwald, dem Gründer eines europäischen Hotelimperiums. Heute als Hochburg des Langlaufsportes anerkannt, hat das Tal seine territoriale Organisation durch die Gemeindefusion vom 1. Januar 2017 gefestigt, aus der die heutige Gemeinde Goms hervorgegangen ist.
GIS Bellwald
GIS Binn
GIS Ernen






GIS Obergoms












