Das Gemeindegebiet von Zwischbergen erstreckt sich über 86,03 km², zwischen 791 und 3949 m ü. M. Mit nur 75 Einwohnern (Stand 2025) und einer Bevölkerungsdichte von 1 Einwohner pro km² ist Zwischbergen die am dünnsten besiedelte Gemeinde des gesamten Bezirks Brig. Das Zwischbergental selbst ist von bis zu 3500 Meter hohen Gipfeln umschlossen und trägt seinen beschreibenden Namen zu Recht — die Kirche des Hauptorts liegt auf 1359 m ü. M.
Diese extreme Weitläufigkeit bei minimaler Besiedlung stellt besondere Anforderungen an den Grundbuchplan: Die wenigen bewohnten Parzellen konzentrieren sich auf das Grenzdorf Gondo an der Simplonpassstrasse sowie auf die Weiler Bellegge, Bifig, Bord, Egerten, Furgge, Hof und Katzhalden im Zwischbergental, während der weitaus grösste Teil des Gemeindegebiets aus alpinem, teils vergletschertem Terrain sowie historischen Bergbaugebieten besteht.
Sie planen ein Bauprojekt in Gondo oder im Zwischbergental und möchten eine Parzellennummer, einen Eigentumsnachweis oder ein Orthofoto einsehen? Über das kantonale Geoinformationssystem lassen sich für Zwischbergen schnell und direkt abrufen:
Parzellennummern und Eigentumsnachweise
Orthofotos des Gemeindegebiets
Der Grundbuchplan und weitere raumbezogene Daten
Eine aussergewöhnliche Besonderheit prägt das Gemeindegebiet von Zwischbergen: Bereits in der Römerzeit waren hier Goldminen bekannt, die zwischen 1660 und 1691 unter Kaspar Jodok Stockalper eine erste Hochblüte erlebten. Zwischen 1840 und 1896 wurden die Minen von einer eigenen Aktiengesellschaft betrieben, die sogar eigene Münzen prägte, bevor sie am 17. Mai 1896 in Konkurs geriet. Diese jahrhundertelange Bergbautätigkeit hinterliess im Gemeindegebiet zahlreiche Stollen und Abbaugebiete, die noch heute im Rahmen geführter Besichtigungen zugänglich sind und im Grundbuchplan als besondere Nutzungskategorien verzeichnet bleiben.
Auch die historische Kastlanei Zwischbergen, deren Sitz sich einst beim Weiler Gsteihuis befand, prägt bis heute die Parzellenstruktur entlang des alten Saumwegs, der von Brig über den Simplonpass, Gsteihuis und Furggu durch das Tal bis nach Domodossola führte.
GIS und Verwaltung der Gemeinde Zwischbergen
Website
www.gondo.ch
Gemeindebezeichnung
Offiziell: Gemeinde Zwischbergen
Gebräuchlich: Gondo-Zwischbergen
Die Geschichte von Zwischbergen ist untrennbar mit dem uralten Saum- und Handelsweg zwischen Brig und Domodossola verknüpft, der bereits von keltischen und römischen Volksstämmen begangen und im Lauf der Jahrhunderte zur Heeresstrasse ausgebaut wurde. Der Ortsname ist erstmals 1304 als Zewischeneberuen belegt, 1390 als Zwisbergen. Die Pfarrei Gondo bestand bereits im 16. Jahrhundert, wurde 1637 neu gegründet und 1822 vom Bistum Novara losgelöst, um dem Bistum Sitten zugeteilt zu werden.
Stockalper, Napoleon und die Grenzkriege
Wie kaum eine andere Gemeinde im Oberwallis hat Zwischbergen «Kriegsgeschichte» geschrieben: Als Grenzdorf zu Italien erlebte Gondo wiederholt blutige Grenzkonflikte, Brand- und Raubzüge sowie immer neue Grenzziehungen durch Eroberer, Fürsten und Bischöfe. Sowohl der mächtige Handelsherr Kaspar Jodok von Stockalper (1609–1691) als auch Napoleon Bonaparte prägten die Passroute nachhaltig — Stockalper durch den Ausbau des Saumwegs und die Erschliessung der Goldminen, Napoleon durch den Bau der ersten kanonenbefahrbaren Alpenstrasse über den Simplon.
Der Zweite Weltkrieg und die Flüchtlingshilfe
Als unmittelbares Grenzdorf erlebte Gondo den Zweiten Weltkrieg besonders hautnah: Die Bewohner erlebten Aktivdienst, einen Bombenabwurf bei Paglino sowie die Internierung zahlreicher Flüchtlinge. Gemeinde und Bevölkerung leisteten dabei beispielhafte humanitäre Hilfe für die ausgehungerten und geschwächten Ankömmlinge aus Italien.
Wasserkraft und die moderne Nutzung des Tals
Im 20. Jahrhundert prägten neu erschlossene Wasserkraftanlagen die wirtschaftliche Entwicklung des Tals: Der Stausee «Fa» im Zwischbergental sowie das 1952 in Betrieb genommene Kraftwerk Gondo nutzen bis heute den Grosswasser-Wasserlauf zur Stromerzeugung. Neben der historischen Alpwirtschaft, die bis heute das wirtschaftliche Rückgrat der Gemeinde bildet, prägen diese Infrastrukturen wesentliche Teile des heutigen Grundbuchplans von Zwischbergen.
















