Das Gemeindegebiet von Bellwald erstreckt sich über 13,96 km², zwischen 1073 und 3060 m ü. M. Der Grundbuchplan spiegelt die charakteristische Streusiedlungsstruktur des Bellwalderbergs wider: Neben dem Hauptdorf, das 1374 noch unter dem Namen «Zblattun» bekannt war, bestehen die Ortsteile Ried, Eggen, Bodmen und Fürgangen als eigenständige, historisch gewachsene Siedlungskerne. Bereits ausgestorben und heute nicht mehr im aktuellen Grundbuchplan als bewohnte Zonen verzeichnet sind die ehemaligen Weiler Nesselschlucht, Schlettern, Willera, Ze Fäle und Z'Mettje.
Diese kleinteilige Parzellenstruktur erfordert bei Bauprojekten eine sorgfältige Prüfung der jeweiligen Zonenzugehörigkeit: Während sich rund um den autofreien Dorfkern mit seinen engen Gassen und sonnenverbrannten Holzhäusern strenge Erhaltungsauflagen für die historische Bausubstanz finden, unterliegen die touristisch stark erschlossenen Randgebiete – mit rund 1200 Ferienwohnungen und 4300 Gästebetten (Stand 2002) – eigenen Nutzungsbestimmungen
Sie planen ein Bauprojekt in Bellwald, Ried, Eggen, Bodmen oder Fürgangen und möchten eine Parzellennummer, einen Grenzpunkt oder das Gebäudeinventar einsehen? Über das öffentliche WebGIS der Gemeinde Bellwald lassen sich einsehen:
Der Grundbuchplan und die Parzellennummern
Die Geodaten und das Gebäudeinventar
Grenzpunkte und Zonenzugehörigkeit
Eine wichtige Entwicklung für die Gemeinde: Am 15. Juni 2025 stimmte die stimmberechtigte Bevölkerung von Lax, Fiesch und Bellwald einer Fusion zur neuen Gemeinde Unnergoms zu, die am 1. Januar 2027 in Kraft treten wird. Für Grundeigentümer in Bellwald bedeutet dies mittelfristig eine Zusammenführung der bisher getrennten Grundbuchpläne von drei historisch eigenständigen Gemeinden zu einem gemeinsamen System — ein Prozess, der bereits jetzt bei der langfristigen Planung von Bauvorhaben berücksichtigt werden sollte.
GIS und Verwaltung der Gemeinde Bellwald
Gemeindebüro — Öffnungszeiten
Montag bis Freitag: 09.00–11.00 Uhr
Dienstag Nachmittag: 16.00–18.00 Uhr
Kontakte
Telefon 027 970 19 40
E-Mail gemeinde@bellwald.ch
Die Geschichte von Bellwald ist geprägt von einer allmählichen Besiedlung des sonnigen Bellwalderbergs durch einzelne Bauernhöfe, aus denen sich im Lauf der Jahrhunderte die heutigen Dorfteile entwickelten. Über die Herkunft des Namens gibt es keine gesicherten Erkenntnisse: Möglicherweise entstand «Bellwald» durch Lautverschiebung aus «Fellwald» (vom Roden des Waldes), oder er geht auf «Bielwald» zurück, benannt nach der Hügellage des heutigen Dorfteils «Biel». Die älteste bekannte Namensform stammt aus dem Jahr 1273 (Beliwalt), wobei der Name ursprünglich die Bergkuppe bezeichnete, bevor er 1374 auf die Hauptsiedlung «Zblattun» überging.
Die Bauernzunft und die neun Gommer Viertel
Im 14. Jahrhundert unterstand Bellwald der Familie Rarogne und bildete gemeinsam mit dem Fieschertal eines der neun Viertel des Zenden Goms. 1384 schlossen sich die verstreuten Weiler zu einer gemeinsamen Bauernzunft zusammen, mit eigenen Statuten für die Wassernutzung (1371, 1436) und die Alp Richinen (1499). Die ältesten bekannten Dorfstatuten der Burgerschaft datieren von 1555.
Von der Filialkirche zur eigenständigen Pfarrei
Kirchlich gehörte Bellwald zunächst zur Pfarrei Ernen, bevor 1698 mit dem Bau der Pfarrkirche zu den sieben Freuden Mariens eine eigene Pfarrei entstand, die 1704 eingeweiht wurde. Ernen behielt das Kollaturrecht jedoch bis 1884. Der Weiler Fürgangen — historisch unter der Herrschaft der Grafen von Blandrate, ab 1444 unter dem «Richter von Fürgangen» Paul Bogner — blieb sogar bis 1963 der Pfarrei Ernen zugeteilt. Fürgangen wurde 1887 durch einen verheerenden Brand grösstenteils zerstört, was den heutigen Gebäudebestand des Weilers massgeblich prägt.
Erschliessung und touristischer Aufschwung
Die Eröffnung der Bahnstation Fürgangen-Bellwald 1915, der Luftseilbahn 1956 und schliesslich der Strasse 1962 lösten einen regelrechten touristischen Boom aus, der die traditionell landwirtschaftlich geprägte Gemeinde grundlegend veränderte. Sechs Bergbahnanlagen sowie über tausend Ferienwohnungen prägen seither das Ortsbild und damit auch den heutigen Grundbuchplan der Gemeinde erheblich.
GIS Obergoms


















