Das Gemeindegebiet von Oberems erstreckt sich über 50,26 km² (5082 ha), zwischen 1012 und 4192 m ü. M. Der Grundbuchplan der Gemeinde umfasst neben dem Hauptdorf auch die ehemals eigenständigen Gemeinden Ahorn und Bodmen sowie die Hälfte des Turtmanntals. Diese territoriale Aufteilung war jahrzehntelang umstritten: Erst mit dem Urteil des Bundesgerichts vom 22. Dezember 2004 wurde das Turtmanntal endgültig hälftig zwischen Oberems und der Nachbargemeinde Turtmann aufgeteilt — ein Grenzverlauf, der bis heute im Grundbuchplan der beiden Gemeinden nachvollziehbar ist.
Mit nur 141 Einwohnern (Stand 2025) auf einer derart grossen Fläche gehört Oberems zu den am dünnsten besiedelten Gemeinden des Bezirks Leuk. Die touristische Nutzung — mit rund 200 Ferienwohnungen bei nur 141 ständigen Einwohnern — prägt die Nutzungsplanung im Dorfkern erheblich stärker als in vergleichbaren Landwirtschaftsgemeinden.
Sie planen ein Bauprojekt in Oberems und möchten eine Parzellennummer, einen Grenzpunkt oder ein Selbstrecht überprüfen? Lassen sich für Oberems einsehen: Der Grundbuchplan und die Parzellennummern
Der Zonennutzungsplan (ZNP)
Orthofotos des Gemeindegebiets
Grenzpunkte und amtliche Vermessungsdaten
Eine besonders bemerkenswerte Episode der jüngeren Gemeindegeschichte betrifft die Aufteilung des Turtmanntals zwischen Oberems und Turtmann. Der langjährige Territorialstreit wurde erst durch ein Urteil des Walliser Kantonsgerichts vom 5. Juli 2004 und die anschliessende Bestätigung durch das Bundesgericht (IP.525/2004/ggs) vom 22. Dezember 2004 endgültig beigelegt — mit einer hälftigen Aufteilung des umstrittenen Talgebiets.
Für Parzellen im Bereich des Turtmanntals ist dieser vergleichsweise junge Grenzverlauf bei jeder Grundbuchabfrage relevant, insbesondere bei älteren Referenzdokumenten, die noch von der ursprünglichen, ungeteilten Nutzung ausgehen könnten.
GIS und Verwaltung der Gemeinde Oberems
Adresse
Moosmattenstrasse 3, CH-3948 Oberems
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E-Mail
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Öffnungszeiten Gemeindekanzlei (September–Mai)
Montag: 16.00–17.45 Uhr
Dienstag: 10.00–12.00 / 14.00–16.00 Uhr
Donnerstag: 10.00–12.00 / 14.00–16.00 Uhr
Mittwoch, Freitag: geschlossen
Die Geschichte von Oberems beginnt formell 1238, als sich die Gemeinde von Leuk löste und eigenständig wurde — bereits 1101 war der Ort als superiori Emesa erwähnt worden. Das erste Gemeindereglement datiert von 1457, weitere folgten 1548, 1558, 1642 und 1776. Zwei verheerende Pestepidemien (um 1350 sowie im frühen 16. Jahrhundert, mit einer Überlebensrate von nur 10 bis 15 %) prägten die Bevölkerungsentwicklung nachhaltig.
Kirchliche Eigenständigkeit und Katastrophen
1727/28 lösten sich Oberems und Unterems gemeinsam von der Pfarrei Leuk und bildeten die neue Pfarrei Ems. Die heutige Kirche Notre-Dame-de-l'Assomption in Oberems wurde erst 1951 eingeweiht. Das Gemeindegebiet wurde wiederholt von Katastrophen heimgesucht: 1799 kam es im Zuge der französischen Invasion zur Schlacht bei Pfyn und zur Brandschatzung von Unterems, 1818 forderte ein Lawinenniedergang vom Emshorn sechs Todesopfer, und 1891 brannte der Weiler Widenbrunnen vollständig nieder.
Wasserkraft als wirtschaftlicher Wendepunkt
Der Bau des Kraftwerks der Illsee-Turtmann AG (1922–1925) brachte Oberems Arbeitsplätze und Steuereinnahmen und ermöglichte 1925 die erste elektrische Beleuchtung sowie 1926 die öffentliche Wasserversorgung. Die 1953 eröffnete Luftseilbahn Turtmann–Unterems–Oberems (LTUO) verbesserte die Erschliessung des abgelegenen Bergdorfs entscheidend und bleibt bis heute neben der Strasse die wichtigste Verbindung ins Tal.
Vom Bergdorf zur modernen Infrastrukturgemeinde
In den vergangenen Jahrzehnten hat Oberems erheblich in seine Infrastruktur investiert: von der Lawinenverbauung am Emshorn (1959–1968) über den Ausbau der Wasserversorgung und Kanalisation bis zum Bau des Klein-Wasserkraftwerks Borterbach (2008/09) und dem Beitritt zum Naturpark Pfyn-Finges (2011). Die 2010 erfolgte Fusion der Feuerwehren sowie die Zusammenlegung von Kindergarten und Primarschule mit den Nachbargemeinden zeigen zudem eine zunehmende regionale Zusammenarbeit im Turtmanntal, ohne dass die Gemeinden selbst fusioniert wären.


























