Das Gemeindegebiet von Obergoms erstreckt sich über 155,98 km², zwischen 1339 und 3630 m ü. M. Der Grundbuchplan zeigt eine extreme alpine Prägung: 64,7 % der Fläche gelten als unproduktiv, 22,5 % sind landwirtschaftlich genutzt, lediglich 1,3 % entfallen auf Siedlungs- und Infrastrukturflächen. Aussergewöhnlich ist die geografische Lage: Obergoms grenzt gleich an zwei Dreikantonsecken — zu Bern und Uri einerseits, zu Tessin und Uri andererseits — und ist Ausgangspunkt der drei bedeutenden Passstrassen über Grimsel, Furka und Nufenen sowie des historischen Übergangs über den Griespass.
Diese Grenzlage und die weitläufige Streusiedlung zwischen Ulrichen, Obergesteln, Oberwald, Gletsch und der Grimsel-Passhöhe erfordern eine besonders sorgfältige Parzellenverwaltung, insbesondere entlang der historischen Passrouten sowie im Bereich der touristischen Infrastruktur rund um den Rhonegletscher.
Sie planen ein Bauprojekt in Ulrichen, Obergesteln, Oberwald oder Gletsch und möchten eine Parzellennummer, einen Grenzpunkt oder eine Servitut (Selbstrecht) überprüfen? Über das offizielle WebGIS der Gemeinde Obergoms lassen sich einsehen:
Der Grundbuchplan und die Parzellennummern
Der Ortsplan und Grenzpunkte
Der Zonennutzungsplan (ZNP)
Orthofotos des Gemeindegebiets
Eine wichtige aktuelle Entwicklung für Grundeigentümer in Obergoms: Gemäss den kantonalen Vorgaben (Richtplan-Koordinationsblatt C.1 zur Dimensionierung der Wohnbauzonen) muss die Gemeinde ihre Bauzonen überprüfen, da deren Umfang den mutmasslichen Bedarf der nächsten 15 Jahre übersteigt. Der Gemeinderat genehmigte am 7. Juli 2021 ein entsprechendes Raumkonzept zur Abgrenzung des Siedlungsgebiets, das anschliessend im Rahmen eines Mitwirkungsverfahrens nach kantonalem Raumplanungsgesetz öffentlich aufgelegt wurde.
Diese Revision kann für einzelne Parzellen erhebliche Folgen haben — etwa eine Auszonung bislang unbebauter Bauzonenflächen. Grundeigentümer sollten daher vor jedem Bauvorhaben den aktuellen Stand des Zonennutzungsplans über das GIS sowie die Auflagedossiers der Gemeinde konsultieren.
GIS und Verwaltung der Gemeinde Obergoms
Adresse
Bahnhofstrasse 1, 3988 Obergesteln
Telefon
+41 27 974 12 00
E-Mail
gemeinde@obergoms.ch
Schalter-Öffnungszeiten
Montag–Dienstag: 15.00–17.30 Uhr
Donnerstag–Freitag: 08.30–11.30 Uhr
Mittwoch, Samstag, Sonntag: geschlossen
Telefonische Auskunft
Montag–Freitag: 08.00–11.30 Uhr / 13.30–17.00 Uhr
Die heutige Gemeinde Obergoms vereint drei historisch eigenständige Dörfer mit ganz unterschiedlichen Ursprüngen. Oberwald, dessen Name auf «über dem Wald» zurückgeht, wurde 1419 erstmals urkundlich erwähnt und entstand aus dem Zusammenschluss der ehemals selbstständigen Gemeinden Wald, Unterwassern und Geren — ein Prozess, der sich über Jahrhunderte hinzog und erst 1838 endgültig abgeschlossen war, begünstigt durch wiederholte Überschwemmungen (zuletzt 1834), die eine Korrektur von Rhone und Goneri sowie den Gemeindezusammenschluss erforderlich machten.
Obergesteln: vom römischen Kastell zum Umschlagplatz
Obergesteln, dessen Name vom lateinischen Castellum superius («oberer befestigter Stützpunkt») abgeleitet wird, verdankt seine Bedeutung der historischen Handelsroute Haslital–Grimsel–Obergesteln–Gries–Oberitalien. Das Dorf wurde 1211 und 1419 von einfallenden Bernern geplündert, 1720 von einer Lawine verschüttet und 1868 durch einen verheerenden Brand grösstenteils zerstört — Ereignisse, die den heutigen Gebäudebestand massgeblich prägen. Bemerkenswert ist zudem der jahrhundertelange Besitz der Gemeinde an der Talschaft Geren, die einst den mächtigen Herren von Ernen gehörte und über komplexe Kauf- und Tauschgeschäfte zwischen den Gemeinden der Region an Obergesteln überging.
Ulrichen: das älteste Dorf des Obergoms
Ulrichen, 1235 erstmals als Ulrighingen erwähnt, gilt als ältestes Dorf des Obergoms und liegt strategisch am Fuss des Nufenen- und Griespasses. Ein steinernes Kreuz erinnert bis heute an die beiden Freiheitsschlachten von 1211 und 1419, die Ulrichen zum «Morgarten und Sempach des Wallis» machten. Auch hier hinterliess ein Brand 1815 tiefe Spuren im Dorfkern.
Die Fusion von 2009
Am 1. Januar 2009 schlossen sich die drei Gemeinden sowie ihre jeweiligen Burgergemeinden formell zur neuen Einwohner- und Burgergemeinde Obergoms zusammen — ein Zusammenschluss, der im Grundbuchplan bis heute die Zusammenführung dreier historisch getrennter Parzellensysteme mit unterschiedlichen Ursprüngen und Nutzungstraditionen widerspiegelt.
GIS Bellwald
GIS Binn
GIS Ernen


















