Das Gemeindegebiet von Simplon erstreckt sich über 91,01 km², zwischen 999 und 4015 m ü. M. — bei nur 287 Einwohnern (Stand 2025) ergibt das eine der niedrigsten Bevölkerungsdichten im Kanton Wallis (3 Einw./km²). Der Grundbuchplan spiegelt diese extreme Weitläufigkeit wider: Simplon Dorf liegt neun Strassenkilometer südlich der Passhöhe, die ebenfalls zum Gemeindegebiet gehört, während sich die Fraktionen Gabi, Egga und Maschihüs über das gesamte Tal verteilen.
Diese Struktur erfordert eine besonders sorgfältige Parzellenverwaltung: Weite Teile des Gemeindegebiets liegen in alpinem, teils vergletschertem Terrain, während der historische Dorfkern von Simplon Dorf – mit seinen typischen Steinhäusern und Steinplattendächern, ganz ohne die sonst im Oberwallis üblichen dunklen Holzfassaden – als schützenswertes Ortsbild besonderen baulichen Auflagen unterliegt.
Sie planen ein Bauprojekt in Simplon Dorf, Gabi oder Egga und möchten eine Parzellennummer, einen Grenzpunkt oder ein Selbstrecht überprüfen? Über das öffentliche Geoinformationssystem der Gemeinde Simplon lassen sich einsehen:
Der Ortsplan und der Zonennutzungsplan (ZNP)
Parzellen und Gebietsausschnitte
Grenzpunkte und Gebäudedaten
Orthofotos des Gemeindegebiets
Eine wichtige Besonderheit für Bauvorhaben in Simplon: Der Ortskern von Simplon Dorf ist ins Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als Ortsbild von nationaler Bedeutung aufgenommen. Seit 2020 zählt das 300-Seelen-Dorf zudem – als fünftes Walliser Dorf neben Ernen, Evolène, Grimentz und Saillon – zu den «schönsten Schweizer Dörfern».
Das historische Ortsbild, geprägt von Steinhäusern mit charakteristischen Steinplattendächern entlang des alten Saumwegs von der Suschta über die Doorfblatta bis zum Doorfplatz, unterliegt entsprechend strengen Bauvorschriften. Wer hier ein Gebäude umbauen oder erweitern möchte, sollte vor jedem Bauvorhaben den Grundbuchplan mit dem Zonennutzungsplan sowie den ISOS-Vorgaben abgleichen, um die historische Bausubstanz zu erhalten.
GIS und Gemeindeverwaltung Simplon
Gemeindekanzlei
Dorfplatz 25, 3907 Simplon Dorf
Telefon
+41 27 978 80 80
E-Mail
info@gemeinde-simplon.ch
Schalteröffnungszeiten
Montag: 16.00–18.00 Uhr
Dienstag: 16.00–18.00 Uhr
Mittwoch: 09.00–11.00 Uhr
Donnerstag: 09.00–11.00 / 16.00–18.00 Uhr
Freitag: geschlossen
Die Geschichte von Simplon ist untrennbar mit der Geschichte des gleichnamigen Passes verbunden. Archäologische Funde auf der Passhöhe belegen eine menschliche Anwesenheit bis in die Jungsteinzeit zurück, während das eigentliche Dorf vermutlich um 1200 von alemannischstämmigen Walsern aus dem Talkessel von Brig gegründet wurde — damit zählt es zu den ältesten Südwalser-Siedlungen überhaupt. 1267 wird erstmals eine Kirche erwähnt, 1307 erscheint die communitas de Simplono erstmals urkundlich, im Rahmen eines Schiedsspruchs des Bischofs von Sitten über die Anteile am Warenverkehr über den Pass.
Zwei Hochblüten des Passhandels
Der Simplon erlebte eine erste Blütezeit im Hochmittelalter als Handelsroute zwischen der Lombardei und der Champagne, belegt durch die früheste Erwähnung des Johanniterhospizes in Gampisch bereits 1235. Eine zweite Hochblüte folgte im 17. Jahrhundert unter Kaspar Stockalper (1609–1691), der den mittelalterlichen Saumweg mehrfach ausbaute und beträchtliche Warenströme über den Simplon umlenkte — das 1666 erbaute «Alte Spittel» als zweites Hospiz zeugt noch heute von dieser Epoche.
Napoleons Strasse und der Niedergang des Passverkehrs
Zwischen 1800 und 1805 liess Napoleon die erste mit Kanonen befahrbare Alpenstrasse über den Simplon bauen, wodurch im Dorf eine neue Hauptachse entstand, die bis heute im Ortsbild ablesbar ist. Mit der Eröffnung mehrerer Alpen-Eisenbahntunnel (Gotthard 1882, Simplon 1906/1921, Lötschberg 1913) brach der Passverkehr jedoch drastisch ein, was zwischen 1860 und dem Ersten Weltkrieg eine bedeutende Auswanderungswelle auslöste — rund 150 bis 200 Simplerinnen und Simpler verliessen in dieser Zeit ihre Heimat.
Von der Passstrasse zur Nationalstrasse A9
Seit 1960 ist die Simplonstrasse als N9 (heute A9) Teil des schweizerischen Nationalstrassennetzes und ganzjährig befahrbar; bei Simplon Dorf wurde sie auf die gegenüberliegende Talseite verlegt, um das Dorf vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Mit heute rund 90'000 Lastwagen pro Jahr und zunehmenden Gefahrguttransporten bleibt der Passverkehr auch im 21. Jahrhundert ein prägender Faktor für die Gemeinde — eine Entwicklung, die sich mittelfristig auch auf die Nutzungsplanung entlang der Passstrasse auswirken dürfte.
















