Das Gemeindegebiet von Fieschertal erstreckt sich über 17'295 ha (172,82 km²), zwischen 1071 und 4274 m ü. M. (Finsteraarhorn). Damit ist Fieschertal flächenmässig die siebtgrösste Gemeinde des Kantons Wallis — grösser sogar als ganze Bezirke wie Östlich-Raron oder Sion. Der Grundbuchplan zeigt jedoch eine extreme Konzentration der Nutzung: Ganze 94,65 % der Fläche gelten als unproduktiv (Fels, Eis, Gletscher), lediglich 0,12 % (21 ha) sind Siedlungsfläche. Auf jeden Einwohner entfällt damit eine Fläche von rund 0,59 km² — ein in dieser Grössenordnung landesweit aussergewöhnlicher Wert.
Rund 15'966 ha des Gemeindegebiets liegen im UNESCO-Weltnaturerbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch. Diese besondere Schutzkategorie betrifft damit den weitaus grössten Teil des Territoriums und muss bei jeder Parzellenabfrage im höher gelegenen Gemeindegebiet berücksichtigt werden — inklusive des auf Gemeindegebiet liegenden Bahnhofs Jungfraujoch, der Endstation der Jungfraubahn.
Sie planen ein Bauprojekt in Fieschertal und möchten eine Parzellennummer, einen Grenzpunkt oder eine Servitut (Selbstrecht) überprüfen? Über das öffentliche GIS der Gemeinde Fieschertal lassen sich einsehen:
Der Grundbuchplan und die Parzellennummern
Grenzpunkte und Gebäudedaten
Der Zonennutzungsplan (ZNP)
Orthofotos des Gemeindegebiets
Eine historisch bedeutsame Besonderheit des Gemeindegebiets betrifft den Umgang mit dem Märjelensee, einst der schönste Gletscherrandsee der Alpen, aber auch Ursache zahlreicher verheerender Überschwemmungen (1834, 1849, 1851, 1862 sowie 1878 und 1892 durch Ausbrüche der Massa in die Rhoneebene). Bei der Flut von 1862 wurde sogar die alte Kapelle zur Fluh weggeschwemmt — an ihrer Stelle steht heute ein Wegkreuz.
Um diese wiederkehrende Gefahr einzudämmen, liess der Kanton Wallis einen 547 m langen Stollen Richtung Märjelen-Stafel erstellen, der 1894 fertiggestellt wurde. Seit der ersten erfolgreichen Regulierung 1896 hat der Seespiegel die Stollensohle nie mehr erreicht. Diese jahrhundertelange wasserbauliche Geschichte erklärt, weshalb weite Teile des Gemeindegebiets im Bereich des Weisswassers bis heute besonderen Gefahrenzonen im Grundbuchplan unterliegen.
GIS und Verwaltung der Gemeinde Fieschertal
Fieschertal wird urkundlich erstmals 1351 als communitas erwähnt, wobei ein Vertrag von 1391 zusammen mit Fiesch bereits von einer Wasserleitung durch die Alpen berichtet. Als einzige Gemeinde des Bezirks Goms unterstand Fieschertal in der Gerichtsbarkeit vollständig der bischöflichen Autorität: Ein vom Bischof eingesetzter Ammann übte die niedere Gerichtsbarkeit sowie Verwaltungsfunktionen aus — ab 1646 durften die Talleute ihren Ammann sogar selbst wählen. Insgesamt sind 44 Ammänner urkundlich belegt, bis das Amt mit dem Einmarsch der Franzosen 1798 rechtlich endete.
Die Gründung der Burgergemeinde 1662
Ein zentrales Datum der Gemeindegeschichte ist der 2. Juli 1662, als die Burgergemeinde Fieschertal offiziell gegründet wurde. Bürger aus den Dorfteilen Zerflye, Zwichels, im Sandt, im Wirbel, zur Briggen und weiteren liessen sich damals ins Bürgerverzeichnis eintragen — eine Struktur, die bis heute die Zugehörigkeit zur Burgergemeinde und damit teilweise auch die Nutzungsrechte an den Alpen prägt.
Von der Alpwirtschaft zur modernen Grenzziehung
Die Alpwirtschaft spielte für Fieschertal traditionell eine zentrale Rolle. Langjährige Grenzstreitigkeiten mit der Fiescheralpe wurden 1592/93 durch eine amtliche Vermarchung beigelegt, die 1594 von Landeshauptmann Matthäus Schiner für rechtsgültig erklärt wurde. Die ursprünglich in Privatbesitz befindlichen Alpgebiete gingen erst 1867 durch Kauf an die Gemeinde über, die daraufhin die Burgeralpe mit Alprechten für 47 Kühe einrichtete — ein Vorgang, der bis heute die Eigentumsstruktur der höher gelegenen Parzellen im Gemeindegebiet prägt.
Erschliessung und touristischer Anschluss
Bis 1965, als die erste Fahrstrasse gebaut wurde, war Fieschertal verkehrstechnisch weitgehend isoliert. Seit den 1970er-Jahren profitiert die Gemeinde vom touristischen Aufschwung des benachbarten Fiesch. Die 2016 eröffnete Aspi-Titter-Hängebrücke — mit 160 Metern Länge und einer Überquerungshöhe von 120 Metern über der Schlucht des Weisswassers — verbindet Fieschertal heute mit der östlichen Nachbargemeinde Bellwald und ist selbst zu einer touristischen Attraktion geworden.
GIS Bellwald
GIS Binn
GIS Ernen






GIS Obergoms












