Das Gemeindegebiet von Albinen erstreckt sich über 15,48 km², auf einer Höhe von 1300 m ü. M. Der Grundbuchplan zeigt eine für das Wallis ungewöhnliche Siedlungsform: Anders als die meisten Bergdörfer der Region, die auf Hangterrassen liegen, «klebt» Albinen förmlich an einem steilen Hang — eine Folge des äusserst sparsamen Umgangs mit dem knappen Baugrund, der zu einer extrem dichten Bebauung führte. Landwirtschaftsflächen machen 44,3 % des Gemeindegebiets aus, Waldflächen 41,2 %, während Siedlungsflächen lediglich 3,0 % beanspruchen.
Diese historisch gewachsene Dichte prägt bis heute den Zonennutzungsplan: Weiler wie Torrentalp sind als Weiler- und Erhaltungszone ausgewiesen, was bedeutet, dass Umbauten und Sanierungen an die traditionelle Bausubstanz — insbesondere die charakteristischen Holzhäuser mit ihren zum Tal gerichteten Giebeln — besonders sorgfältig geprüft werden.
Sie planen ein Bauprojekt in Albinen, Dorben, Torrentalp oder Tschingere und möchten eine Parzellennummer, einen Grenzpunkt oder ein Selbstrecht überprüfen? Über das kantonale VSGIS lassen sich für Albinen einsehen:
Der Grundbuchplan und die Parzellennummern
Grenzpunkte und Gebäudedaten
Der Zonennutzungsplan (ZNP)
Orthofotos des Gemeindegebiets
Wie stark der Ortsbildschutz die Bauverwaltung in Albinen prägt, zeigt ein aktuelles Baugesuch aus dem Weiler Torrentalp: Für eine Dachsanierung auf Parzelle Nr. 4466 musste ein amtliches Gesuch mit genauer Bezeichnung von Gesuchsteller, Grundeigentümer, Planverfasser und Nutzungszone eingereicht werden. Solche Gesuche können sowohl über die Plattform eConstruction als auch bei der Gemeindeverwaltung oder der Kantonalen Baukommission (KBK) in Sitten eingesehen werden; Einsprachen sind innert 30 Tagen ab Publikation im Amtsblatt schriftlich oder digital einzureichen.
Dieses Beispiel zeigt exemplarisch, wie selbst kleinere bauliche Eingriffe wie eine Dachsanierung in den geschützten Weilern von Albinen ein vollständiges, öffentlich aufgelegtes Baugesuchsverfahren durchlaufen — ein wichtiger Punkt für alle, die in einer der historischen Streusiedlungen der Gemeinde bauen möchten.
GIS und Verwaltung der Gemeinde Albinen
Gemeindeverwaltung
Torrentstrasse 49, CH-3955 Albinen
Telefon: 027 473 20 23
E-Mail: gemeinde@albinen.ch
Öffnungszeiten Gemeindebüro
Montag: 08.00–11.00 Uhr
Mittwoch: 16.00–18.30 Uhr
Donnerstag: 14.00–16.00 Uhr
Registerhalter
Thierry Leiggener
Telefon: 079 866 67 54
E-Mail: register@albinen.ch
Öffnungszeiten: nach telefonischer Vereinbarung
Die Geschichte von Albinen ist geprägt von einer frühen und dauerhaften Streusiedlungsstruktur. Erste keltische Gräberfunde im Gebiet «Tschimeri» belegen eine Besiedlung bereits um 100 v. Chr. Der Ortsname, erstmals 1224 als Albignun urkundlich erwähnt, geht möglicherweise auf das lateinische Albinione oder eine fränkische Wurzel zurück; die überwiegend romanischen Flurnamen deuten auf eine voralemannische Besiedlung hin, bevor sich die deutsche Sprache erst gegen Ende des Mittelalters durchsetzte.
Die Loskaufurkunde von 1226 und die Gründung der Burgergemeinde
Ein zentrales Gründungsdokument der Gemeinde ist die Loskaufurkunde von 1226, mit der sich die Bauern von Albinen die Rechte des Bischofs an ihrem Land abkauften — die Urkunde liegt bis heute im Gemeindearchiv. Ursprünglich lag das politische Zentrum eher im Weiler Dorben als im heutigen Hauptort; erst nach 1350 verlagerte sich das Schwergewicht endgültig nach Albinen. Kirchlich gehörte das Dorf zunächst zur Pfarrei Leuk, bevor 1737 eine eigene Pfarrei mit eigener Kirche errichtet wurde.
Höchststand 1902 und der lange Bevölkerungsrückgang
Bis ins 20. Jahrhundert lebte die Bevölkerung von Albinen weitgehend in Selbstversorgung, erreichbar nur über steile Fusswege — 1902 gab es im Dorf mit damals 380 Einwohnern (dem historischen Höchststand) weder ein Wirtshaus noch einen Kaufladen. Seit den 1940er-Jahren nahm die Bevölkerung stetig ab, ein Trend, den auch der Bau der Fahrstrasse in den 1960er-Jahren nicht bremsen konnte. Die Strasse veränderte jedoch die Erwerbsstruktur grundlegend: Arbeiteten 1960 noch über zwei Drittel der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft, waren es 1990 nur noch drei Prozent.
Vom Bauerndorf zum Feriendorf
Mit der Erschliessung Richtung Leukerbad ab Ende der 1970er-Jahre und dem Ausbau des Wintertourismus (Torrent-Bahnen) wandelte sich Albinen endgültig zum Feriendorf. 2017 sorgte die Gemeinde international für Schlagzeilen, als sie 25'000 CHF für jeden neuen Einwohner anbot, um der Abwanderung entgegenzuwirken. Seit 2020 gehört Albinen zudem offiziell zur Vereinigung «Die schönsten Dörfer der Schweiz» — eine Auszeichnung, die zusätzlichen Druck auf den Erhalt der historischen Bausubstanz und damit auf die Nutzungsplanung der Gemeinde ausübt.
GIS Agarn
GIS Albinen
GIS Ergisch


























