Das Gemeindegebiet von Salgesch erstreckt sich über 11,25 km², zwischen 531 und 2007 m ü. M. Der Grundbuchplan zeigt eine ungewöhnlich dichte Verzahnung unterschiedlicher Nutzungen: Über 200 Hektar Rebberge mit mehr als 40 Weinbetrieben prägen das Hügelland um das Dorf, während südlich der Rhone ein bedeutender Teil des Pfynwalds — des grössten zusammenhängenden Föhrenwalds der Alpen — zum Gemeindegebiet gehört. Dieses vom Staatsrat 1997 zum Natur- und Landschaftsschutzgebiet erklärte Areal ist zusammen mit dem Illgraben im Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung verzeichnet.
Für Parzellen im Bereich des Pfynwalds sowie entlang des Wildbachs Raspille (Gemeindegrenze zu Siders) gelten entsprechend strenge Nutzungsbeschränkungen. Zusätzlich durchquert der unterirdische Oberwasserkanal des Kraftwerks Chippis das südliche Gemeindegebiet, was bei Bauvorhaben in diesem Bereich zu beachten ist. Bemerkenswert ist zudem, dass bei Meliorationsmassnahmen im Weinbaugebiet die traditionellen Rebbergterrassen in einigen Zonen planiert wurden — ein Eingriff, der die heutige Parzellenstruktur im Rebgebiet massgeblich verändert hat.
Sie planen ein Bauprojekt in Salgesch und möchten eine Parzellennummer, einen Grenzpunkt oder ein Selbstrecht überprüfen? Über das öffentliche Ortsplan-Portal der Gemeinde Salgesch lassen sich einsehen:
Der Grundbuchplan und die Parzellennummern
Öffentliche Gebäude, Verkehr und Gewerbe
Geodaten und Kartenebenen
Der Zonennutzungsplan (ZNP)
Eine historisch bedeutsame Besonderheit für den Grundbuchplan von Salgesch betrifft die Wasserrechte am Grenzbach Raspille, der die Gemeindegrenze zu Siders bildet. Bereits 1490 musste Bischof Jost von Silenen einen Urteilsspruch über die Wasserrechte an diesem Bach fällen — ein früher Beleg dafür, wie zentral die Wassernutzung für die Grenzziehung und die landwirtschaftliche Nutzung der angrenzenden Parzellen seit jeher war.
Bis heute dienen mehrere künstliche Wasserleitungen nördlich des Dorfes der Bewässerung der Landwirtschaftsflächen — ein System, das im Grundbuchplan als eigene Kategorie von Dienstbarkeiten (Selbstrechte) verzeichnet ist und bei Parzellenteilungen oder Neuerschliessungen im Rebgebiet berücksichtigt werden muss.
GIS und Verwaltung der Gemeinde Salgesch
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Die Geschichte von Salgesch reicht bis in die Steinzeit zurück: Bereits um 7000 v. Chr. nutzten Menschen den «Mörderstein» im Pfynwald als Unterschlupf, wie archäologische Vorsondierungen für die Autobahn A9 im Jahr 2002 belegten. Der Ortsname, erstmals zwischen 1075 und 1125 als Salconio erwähnt, prägt bis heute das markante Gemeindewappen: ein weisses Johanniterkreuz auf schwarzem Grund, das an die Niederlassung des Johanniterordens im Jahr 1235 erinnert, der im Dorf eine Pilgerherberge errichtete.
Stockalper und die Ablösung von den Maltesern
Ein zentrales Ereignis der Gemeindegeschichte war der Erwerb der Johanniter-Besitzungen durch den Handelsherren Kaspar Stockalper im Jahr 1655, der die dazugehörige Kommende sowie das Hospiz auf dem Simplonpass übernahm. Bereits 1678 kaufte die Gemeinde das Malteservermögen vom Zenden Leuk zurück — ein früher Ausdruck des Strebens nach lokaler Selbstbestimmung, das sich auch im Bau des eigenen Burgerhauses (1562) und der Gemeindehausgründung (1561) zeigt.
Kirchliche Eigenständigkeit und die Grenzziehungen mit den Nachbargemeinden
1685 löste sich Salgesch von der Grosspfarrei Leuk und bildete eine eigenständige Pfarrei. Die heutige Grundbuchstruktur der Gemeinde geht auf eine Reihe historischer Grenzregelungen zurück: mit Varen (1412, 1468, 1664), mit Siders (1484) und mit Leuk (1553, 1804) — Grenzziehungen, die bis heute im Kataster nachvollziehbar sind. Die ersten schriftlichen Gemeindestatuten (Bauernzunft) datieren von 1520, ergänzt 1575 um Nutzungsrechte am Pfynwald.
Vom Bauerndorf zur Weinbaugemeinde
Nach dem Zweiten Weltkrieg vollzog Salgesch den Wandel von der Landwirtschaft zur spezialisierten Rebbauwirtschaft. Die heutige neugotische Pfarrkirche St. Johann Baptist (1887, nach Plänen von Joseph de Kalbermatten) ersetzte die frühere Wallfahrtskapelle. Als Zentrum des Naturparks Pfyn-Finges und mit dem Walliser Museum für Reben und Wein positioniert sich Salgesch heute an der Schnittstelle zwischen intensiver Weinbaunutzung und Naturschutz — eine Doppelrolle, die sich unmittelbar im differenzierten Zonennutzungsplan der Gemeinde niederschlägt.


























