Das Gemeindegebiet von Fiesch erstreckt sich über 11,03 km², zwischen 974 und 2889 m ü. M. Der heutige Grundbuchplan vereint mehrere spätmittelalterliche Fraktionen, die ursprünglich eigenständig waren: Neben dem Hauptort Fiesch selbst gehörten dazu Uberegga, Spembule (heute Teil der Gemeinde Goms), Fuxwiler, Birchwiler und Moos, sowie ab etwa 1835 auch die ehemalige Gemeinde Wiler. Diese kleinteilige historische Struktur prägt bis heute die Parzellenverteilung im älteren Siedlungsgebiet.
Mit einer Bevölkerungsdichte von 81 Einw./km² und über 4000 Gästebetten (14 Hotels sowie zahlreiche Ferienwohnungen und Chalets) gehört Fiesch zu den am intensivsten touristisch genutzten Gemeinden des Gommertals. Dies spiegelt sich im Zonennutzungsplan wider: Neben den historischen Wohnzonen des alten Dorfkerns bestehen ausgedehnte touristische Sonderzonen rund um das seit 1967 erbaute Feriendorf sowie die Infrastruktur der Bergbahnen.
Sie planen ein Bauprojekt in Fiesch und möchten eine Parzellennummer, einen Grenzpunkt oder eine Servitut (Selbstrecht) überprüfen? Über das öffentliche GIS der Gemeinde Fiesch lassen sich einsehen:
Der Grundbuchplan und die Parzellennummern
Grenzpunkte und Gebäudedaten
Der Zonennutzungsplan (ZNP)
Orthofotos des Gemeindegebiets
Eine wichtige Entwicklung für Grundeigentümer in Fiesch: Am 15. Juni 2025 stimmte die stimmberechtigte Bevölkerung von Fiesch, Lax und Bellwald einer Fusion zur neuen Gemeinde Unnergoms zu, die am 1. Januar 2027 in Kraft treten wird. Diese Zusammenführung dreier bisher eigenständiger Grundbuchpläne zu einem gemeinsamen System dürfte mittelfristig auch die Parzellennummerierung und Zonenordnung in Fiesch betreffen — ein Punkt, den Bauwillige bei langfristigen Projekten bereits heute mitdenken sollten.
GIS und Verwaltung der Gemeinde Fiesch
Adresse
Furkastrasse 44, 3984 Fiesch
Telefon
027 970 16 20
E-Mail
info@gemeinde-fiesch.ch
Öffnungszeiten Gemeindeverwaltung
Montag und Freitag: 09.30–11.30 Uhr
Dienstag und Donnerstag: 09.30–11.30 Uhr / 15.30–17.30 Uhr
Mittwoch: geschlossen
Termine ausserhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung möglich
Die Geschichte von Fiesch reicht bis 1203 zurück, als der Ort erstmals in einer Urkunde des Abtes von Disentis unter dem Namen Vios erwähnt wurde. Bis ins 14. Jahrhundert lag der Grossteil der Gerichtsrechte bei der Familie Blandrate. Gemeinsam mit Lax bildete Fiesch bis 1798 eines der neun Viertel des Zenden Goms, entstanden aus dem Zusammenschluss mehrerer ursprünglich unabhängiger Fraktionen. Die Bewässerung des Tals wurde bereits im 14. Jahrhundert geregelt, gefolgt von den Statuten der Bauernzunft im Jahr 1470.
Kirchliche Eigenständigkeit und das Kloster Gnadenberg
Kirchlich unterstand Fiesch zunächst Ernen, bevor der Ort 1540 zum Rektorat erhoben wurde — obwohl bereits zuvor eigene Pfarrrechte (Friedhof, Taufstein) bestanden. Bemerkenswert ist die kurze Geschichte des Augustinerinnenklosters Gnadenberg, das 1339 in Ernen gegründet und bereits 1343 nach Fiesch verlegt wurde, bevor es 1489 aufgehoben wurde.
Vom Postrelais zur Tourismusgemeinde
Der Bau der Strasse ins Goms (Lax–Fiesch 1836, Fiesch–Fürgangen 1852–1863) sowie die Einrichtung eines Postrelais 1865 leiteten die touristische Erschliessung ein. Das Hotel Jungfrau am Fuss des Eggishorns eröffnete bereits 1856, gefolgt von weiteren Hotels in den 1870er-Jahren. Mit dem Bahnanschluss an die Furka-Oberalp-Bahn 1915 und dem Bau der Luftseilbahn Fiesch–Eggishorn (1964–1968) etablierte sich Fiesch endgültig als bedeutendste Tourismusgemeinde des Gebiets.
Zwischen Tradition und Wandel: das Gletschergebet
Eine bemerkenswerte lokale Tradition prägte Fiesch über vier Jahrhunderte: Die Bevölkerung betete ursprünglich für das Abschmelzen der einst das Tal bedrohenden Gletscher — ein Gelübde, das der Papst erst 2010 änderte, seither darf gegen das Verschwinden der Gletscher gebetet werden. Diese Umkehrung symbolisiert den tiefgreifenden Wandel der Beziehung zwischen der Gemeinde und ihrer alpinen Umgebung, die heute primär als touristische Ressource genutzt wird.
GIS Bellwald
GIS Binn
GIS Ernen






GIS Obergoms












