Agarn
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GIS Agarn

Zwischen den Ortschaften Susten und Turtmann auf einer Terrasse am linken Rhoneufer gelegen, ist Agarn eine kleine, aber lebendige Munizipalgemeinde des Bezirks Leuk. Grundeigentümer, Kaufinteressenten und Fachpersonen aus der Immobilienbranche können online die Parzellendaten, Grundbuchpläne, Grenzpunkte und Gebäude dieser Gemeinde einsehen, die 2024 mit dem Label «Gesunde Gemeinde» ausgezeichnet wurde.

Ein kleines Gemeindegebiet mit hohem Waldanteil

Das Gemeindegebiet von Agarn erstreckt sich über 7,65 km² (765 ha), zwischen 617 m ü. M. (Faleten) und 3025 m ü. M. (Bella Tola). Der Grundbuchplan zeigt eine Gemeinde mit ausgeprägtem Anteil an unproduktiven Flächen (45,2 %, meist Fels und Geröll im Hochgebirge) sowie bestockten Flächen (33,3 %). Landwirtschaftliche Nutzflächen machen 17 % aus, während Siedlungsflächen mit lediglich 4,5 % (34 ha) einen entsprechend kleinen, aber intensiv genutzten Teil des Gemeindegebiets bilden.

Aufgrund seiner Lage auf der Südseite des Rhonetals ist Agarn während der Wintermonate — konkret vom 12. November bis 29. Januar — komplett ohne direkte Sonneneinstrahlung. Diese Besonderheit ist bei der Beurteilung von Bauprojekten und deren Ausrichtung relevant und sollte beim Studium des Zonennutzungsplans mitbedacht werden.

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GIS Agarn online konsultieren

Sie planen ein Bauprojekt in Agarn und möchten eine Parzellennummer, einen Grenzpunkt oder ein Selbstrecht überprüfen? Über das öffentliche GIS des Kantons Wallis (vsgis.ch) lassen sich für Agarn einsehen:

  • Der Grundbuchplan und die Parzellennummern

  • Grenzpunkte und Gebäudedaten

  • Der Zonennutzungsplan (ZNP)

  • Orthofotos des Gemeindegebiets

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Ein detailliertes Baugesuchsverfahren: was für ein Bauprojekt in Agarn nötig ist

Eine besonders hilfreiche Ressource für Bauwillige in Agarn ist die von der Gemeinde bereitgestellte Checkliste für Baugesuche, die konkret auflistet, welche Unterlagen je nach Bauvorhaben erforderlich sind. Für alle Bauprojekte braucht es unter anderem einen datierten und vom Geometer unterzeichneten Situationsplan, einen aktuellen Katasterauszug beziehungsweise Grundbuchauszug sowie allfällige Dienstbarkeiten. Bei Neubauten von Ein- oder Mehrfamilienhäusern kommen weitere Nachweise hinzu — etwa zur Erdbebensicherheit, zum Lärmschutz bei Wärmepumpen oder zur Überflutungsgefahrenzone der Rhone, die für tiefer gelegene Parzellen in Agarn relevant sein kann.

Innerhalb der Bauzone ist die Gemeinde Agarn selbst zuständig, ausserhalb der Bauzone die Kantonale Baukommission in Sitten. Das Baugesuch wird erst veröffentlicht, wenn sämtliche Unterlagen vollständig eingereicht wurden — unvollständige Gesuche werden zurückgewiesen.

GIS und Grundbuchverwaltung der Gemeinde Agarn

Website
www.agarn.ch

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Adolf Tscherry
Telefon: 027 473 18 72

Grundbuchamt Leuk
Telefon: 027 607 80 60

Gemeindeverwaltung
Telefon: 027 474 96 30 (u.a. für Anmeldung Schnurgerüstabnahme)

Geschichte des Gemeindegebiets: von der Suste zur eigenständigen Pfarrei

Die Geschichte von Agarn reicht bis 1229 zurück, als der Ort erstmals urkundlich erwähnt wurde — damals bereits mit fünf Gebäuden («apud aer quinque casamenta»). Der Ortsname, in verschiedenen Schreibweisen belegt (1252/1272 Aert, 1267 Ayert, 1391 Ageren), geht vermutlich auf das keltische Wort für Bergahorn zurück. Im 13. und 14. Jahrhundert diente Agarn als Suste an der Simplonroute, bevor sich der Ort im 14. Jahrhundert zur eigenständigen Gemeinde entwickelte.

Kirchliche Eigenständigkeit als langer Prozess

Kirchlich gehörte Agarn im Mittelalter zur Pfarrei Leuk und zählte zum Drittel «Ennet dem Rotten» des Zenden Leuk. Erst 1893 wurde Agarn zum Rektorat erhoben, gefolgt von der Erhebung zur eigenständigen Pfarrei 1922/23, verbunden mit dem Bau der Kirche Notre-Dame-du-Rosaire. Die erste Kapelle des Rosenkranzes bestand bereits seit 1679, das Gemeindehaus ist seit 1711 belegt, die ersten Gemeindestatuten datieren von 1825.

Zwei verheerende Brände

Die bauliche Entwicklung Agarns wurde massgeblich durch zwei grosse Brände geprägt: 1799 sowie im März 1899 brannte das Dorf fast vollständig ab. Diese Katastrophen erklären, weshalb im heutigen Ortsbild kaum ältere Bausubstanz erhalten ist — ein Umstand, der sich auch im Grundbuchplan des historischen Dorfkerns widerspiegelt. Seit rund 1800 umfährt die Kantonsstrasse das Dorf nördlich, und im 19. Jahrhundert wurde zudem die Rhoneebene trockengelegt, was zusätzliches Kulturland schuf.

Von der Landwirtschaft zum Kleingewerbe

1935 trennten sich die ortsansässigen von den auswärtigen Bürgern der Gemeinde — eine administrative Klärung der Bürgerrechte. Wirtschaftlich blieb Agarn lange landwirtschaftlich geprägt, mit zahlreichen Arbeiterbauern, die zusätzlich in der nahen Industrie (etwa bei Alusuisse in Chippis) arbeiteten. In jüngerer Zeit hat sich eine Verlagerung hin zu Kleinindustrie und Gewerbe vollzogen, die sich auch in der heutigen Nutzungsplanung der Gemeinde widerspiegelt.

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