Das Gemeindegebiet von Ernen erstreckt sich über 35,37 km², zwischen 867 und 3174 m ü. M., auf einer Geländeterrasse am linken Ufer der oberen Rhone. Seit der Gemeindefusion von 2005 vereint der Grundbuchplan von Ernen vier historisch eigenständige Ortschaften: das Hauptdorf Ernen mit dem bereits 1872 eingemeindeten Weiler Niederernen sowie die ehemals selbstständigen Gemeinden Ausserbinn, Mühlebach und Steinhaus.
Diese Zusammenführung mehrerer historischer Gemeinden mit jeweils eigener Parzellenstruktur und Bautradition erfordert bei der heutigen Grundbuchverwaltung besondere Sorgfalt: Der historische Dorfkern von Ernen selbst, mit seinen zahlreichen geschützten Bauten aus dem 16. und 17. Jahrhundert rund um den Dorfplatz, unterliegt strengen Erhaltungsauflagen, während die übrigen Ortsteile eigene, teils touristisch geprägte Nutzungslogiken kennen — insbesondere seit der Erschliessung eines kleinen Skigebiets gemeinsam mit der Nachbargemeinde Mühlebach in den frühen 1980er-Jahren.
Sie planen ein Bauprojekt in Ernen, Ausserbinn, Mühlebach oder Steinhaus und möchten eine Parzellennummer, einen Grenzpunkt oder eine Servitut (Selbstrecht) überprüfen? Über das öffentliche GIS der Gemeinde Ernen lassen sich einsehen:
Der Grundbuchplan und die Parzellennummern
Grenzpunkte und Gebäudedaten
Der Zonennutzungsplan (ZNP)
Orthofotos des Gemeindegebiets
Eine wichtige Besonderheit für Bauvorhaben in Ernen: Das Dorf wurde 1979 mit dem renommierten Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes ausgezeichnet — eine Anerkennung für das besonders schöne und gut erhaltene Ortsbild. Markante Gebäude wie das Rathaus (1762), das Tellenhaus (1578) mit seinen als älteste der Schweiz geltenden Tell-Fresken, das Kapuzinerhaus (1511) oder das Sigristen-Jost-Haus (1580/1772) prägen bis heute den Dorfplatz und stehen unter besonderem Schutz.
Für jedes Bauvorhaben im historischen Ortskern von Ernen ist daher ein sorgfältiger Abgleich zwischen dem Grundbuchplan und den geltenden Ortsbildschutzbestimmungen unerlässlich, bevor ein Gesuch über eConstruction eingereicht werden kann. Auch das im Ortsteil Niederernen erhaltene älteste datierte Haus des Gommertals (1533) unterliegt entsprechenden Auflagen.
GIS und Verwaltung der Gemeinde Ernen
Adresse
Hengert 1, 3995 Ernen
Telefon
027 971 14 28
E-Mail
gemeinde@ernen.ch
Öffnungszeiten Schalter
Montag bis Freitag: 09.30–11.30 Uhr
Termine nach Vereinbarung möglich
Die Geschichte von Ernen ist eng mit seiner strategischen Lage zwischen den Pässen Albrun, Gries, Furka und Grimsel verknüpft, die dem Ort über Jahrhunderte eine bedeutende Rolle als Warenumschlagplatz sicherte. Erstmals 1214 als Aragnon urkundlich erwähnt, wurde Ernen bereits 1135 als Sitz des Meiertums genannt, das im Hochmittelalter über das gesamte Goms verfügte. Ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts teilte sich der Zenden Goms zwischen den Majoraten Ernen und Münster, wobei die Hochgerichtsbarkeit stets bei Ernen verblieb — die noch erhaltenen drei Säulen des Galgens von 1702 zeugen bis heute von dieser Funktion.
Handelsknotenpunkt und bauliche Blütezeit
Als Station auf der Handelsroute nach Italien über Ausserbinn und den Albrunpass erlebte Ernen im 16. und 17. Jahrhundert eine bauliche Blütezeit, die sich in den zahlreichen stattlichen Wohnhäusern rund um den Dorfplatz niederschlägt. Das Tellenhaus (1576) diente ursprünglich als Gasthaus und Warenlager, das Sigristen-Jost-Haus wurde 1581 vom Landeshauptmann Martin Jost erbaut und später im Rokokostil erneuert.
Der wirtschaftliche Rückgang und die Wiederentdeckung als Musikdorf
Mit dem Bau der Furkastrasse (1860/61) und der Furkabahn (1914) auf der gegenüberliegenden Talseite geriet Ernen verkehrstechnisch ins Abseits, was zu einem spürbaren wirtschaftlichen Rückgang führte — die alte Bausubstanz blieb dadurch jedoch weitgehend unangetastet erhalten. Diese Kontinuität bildete die Grundlage für die Auszeichnung mit dem Wakkerpreis 1979. Seit 1974 hat sich Ernen zudem als «Musikdorf» etabliert: Der ungarische Pianist György Sebök begründete in jenem Jahr die noch heute bestehenden Meisterkurse, aus denen später das Kammermusikfestival «Festival der Zukunft» hervorging.
GIS Obergoms


















